Eugenie begann im Oktober 2023 bei LOGEX, nachdem sie ihren Masterabschluss an der Vrije Universiteit Amsterdam abgeschlossen hatte. Mit einem Hintergrund in den biomedizinischen Wissenschaften arbeitet sie heute an der Schnittstelle von Gesundheitswesen, Daten und Technologie. In diesem Interview berichtet sie über ihre Rolle, wie Real‑World Data das Gesundheitswesen beeinflussen kann und was sie in ihrer Arbeit motiviert.
Ich arbeite als Project Manager im Real‑World Data (RWD)‑Team von LOGEX und bin Teil eines Teams, das sich auf klinische Register konzentriert. Wir analysieren klinische Daten, um Einblicke in die tägliche Versorgungspraxis und Behandlungsergebnisse zu gewinnen.
In meiner Rolle liegt mein Schwerpunkt vor allem auf der Datenbereitstellung. Das bedeutet, dass ich Datensätze aus unseren Datenbanken für verschiedene Stakeholder und unterschiedliche Zwecke aufbereite und bereitstelle. Registerhalter nutzen diese Daten beispielsweise, um die Qualität ihrer Register zu verbessern und besser zu verstehen, wie Daten erhoben werden. Außerdem stellen wir Datensätze für Forschende bereit, die diese für wissenschaftliche Analysen nutzen.
Der zentrale Mehrwert liegt darin, die Versorgung besser zu verstehen und gezielt zu verbessern. Durch die Analyse klinischer Daten über verschiedene Krankenhäuser hinweg und den Vergleich von Ergebnissen können wir erkennen, was gut funktioniert und wo Verbesserungspotenzial besteht. Das schafft Transparenz, unterstützt einen effizienteren Ressourceneinsatz und trägt letztlich zur Verbesserung von Behandlungsergebnissen bei.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Benchmarking von Ergebnissen zwischen Krankenhäusern. Durch den Vergleich von Behandlungsergebnissen und Therapieansätzen über Organisationen hinweg entsteht ein klareres Bild davon, was „gute Versorgung“ ausmacht, und kontinuierliche Verbesserungen werden möglich.
Gleichzeitig besteht in diesem Kontext häufig ein Zielkonflikt: der administrative Aufwand für Leistungserbringer. Unser Ansatz zielt darauf ab, diesen möglichst gering zu halten, indem wir überwiegend bereits vorhandene Daten aus elektronischen Patientenakten nutzen. So lassen sich Erkenntnisse gewinnen, ohne die Arbeitsbelastung im Krankenhaus signifikant zu erhöhen.
Mein Hauptbeitrag besteht darin, Datensätze für Forschende vorzubereiten und zugänglich zu machen. Wenn beispielsweise ein bestimmter Datensatz für eine Patientengruppe oder eine Erkrankung angefragt wird, definieren wir zunächst gemeinsam, wie dieser aussehen soll. Anschließend bereite ich die Daten auf, anonymisiere sie und stelle sie so bereit, dass sie verlässlich für wissenschaftliche Analysen genutzt werden können.
Darüber hinaus habe ich an Projekten gearbeitet, bei denen bereits bei LOGEX vorhandene Daten wiederverwendet werden. Dadurch wird der administrative Aufwand für Krankenhäuser reduziert, da sie Daten nicht erneut manuell liefern müssen. Angesichts der hohen Arbeitsbelastung im Klinikalltag ist das ein wichtiger Beitrag zur Entlastung.
Ich arbeite eng mit verschiedenen Teams im Bereich Real‑World Data zusammen. Besonders häufig mit dem Data‑Operations‑Team sowie mit Kolleginnen aus dem Projektmanagement. Darüber hinaus stehe ich regelmäßig im Austausch mit Kundinnen, etwa Registerhaltern, oft mehrmals pro Woche.
Außerdem arbeite ich mit dem Produktteam zusammen, insbesondere wenn neue Produkte oder Weiterentwicklungen entstehen. Ergänzend dazu gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Teams wie Data Design und Analytics, um sicherzustellen, dass Daten und Ergebnisse den erforderlichen Qualitäts- und Erwartungsstandards entsprechen.
Eine zentrale Herausforderung ist der hohe Druck, unter dem Krankenhäuser bereits stehen. Das kann dazu führen, dass Daten nicht immer vollständig oder konsistent bereitgestellt werden. Entsprechend ist die Sicherstellung von Datenqualität und ‑vollständigkeit eine Herausforderung.
Umso wichtiger ist es, bestehende Daten bestmöglich zu nutzen und automatisierte Prozesse zur Datenextraktion einzusetzen. So können relevante Erkenntnisse generiert werden, ohne zusätzlichen manuellen Aufwand zu verursachen. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Krankenhäuser den Mehrwert der Datennutzung klar erkennen, da diese letztlich sowohl der Forschung als auch der Verbesserung der Versorgung zugutekommt.
Mein Hintergrund liegt in den biomedizinischen Wissenschaften, daher hat mich die medizinische Seite des Gesundheitswesens schon immer interessiert. Gleichzeitig ist meine tägliche Arbeit heute stark technisch geprägt – etwas, das für mich anfangs neu war.
Besonders spannend finde ich, wie viel man „on the job“ lernen kann. Ich arbeite mit Kolleg*innen zusammen, die über tiefgehendes technisches Know-how verfügen, und der Wissensaustausch im Team ist sehr ausgeprägt. Dadurch habe ich im Laufe der Zeit ein deutlich tieferes Verständnis für Systeme, Datenbanken und Datenflüsse entwickelt.
Die Kombination aus medizinischem Fachwissen und technischer Weiterentwicklung macht die Arbeit sowohl anspruchsvoll als auch abwechslungsreich und sorgt dafür, dass sie dynamisch bleibt.
Während meines Studiums fand ich das medizinische Gebiet sehr interessant, habe aber schnell festgestellt, dass ich keine rein klinische oder laborbasierte Laufbahn einschlagen möchte.
Deshalb habe ich mich für ein Masterprogramm entschieden, das sich auf Management, Politik und Unternehmertum in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften konzentriert. Dadurch konnte ich verstehen, wie medizinisches Wissen in einem breiteren, organisatorischen Kontext angewendet werden kann.
In dieser Zeit habe ich entdeckt, dass mir Strukturierung, Planung und das Voranbringen von Projekten besonders liegen. Das hat mich schließlich in Richtung Projektmanagement geführt.
Nach einer Phase der Orientierung bin ich direkt bei LOGEX in meinen ersten Job eingestiegen – eine Entscheidung, die sich als sehr passend erwiesen hat. Ich kann hier einen sinnvollen Beitrag zum Gesundheitswesen leisten und gleichzeitig in einem dynamischen, kollaborativen Umfeld arbeiten.
Was mich besonders motiviert, ist die Arbeit an komplexen Fragestellungen und die Möglichkeit, kontinuierlich dazuzulernen. Ich finde es spannend, anspruchsvolle Probleme zu durchdringen und gemeinsam mit Kolleginnen und Kundinnen Lösungen zu entwickeln.
Zusammenarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Der enge Austausch mit Kund*innen und Teammitgliedern macht die Arbeit abwechslungsreich und eröffnet neue Perspektiven.
Die Kombination aus Daten, Gesundheitswesen und Technologie sorgt dafür, dass es stets neue Themen zu entdecken, zu verbessern und weiterzudenken gibt – das macht die Arbeit für mich sowohl interessant als auch erfüllend.