Entwickelt sich die Insolvenz zum Normalbetrieb? Die Session beim Gesundheitswirtschaftskongress wollte Wege aus der Krise aufzeigen. Ein Überlebensfaktor für Krankenhäuser ist Transparenz.
Zwei Insolvenzen hat Markus H. Funk, St. Vincenz-Kliniken Paderborn, bereits hinter sich. Damals bedeutete dies einen Makel; heute sitzt man damit im Podium, erläuterte Funk die Entwicklung hin zum Alltagsphänomen. „Wir brauchen mehr Planungssicherheit“, forderte er; in die Politik gehöre mehr Ergebnisqualitätsorientierung statt Strukturqualität. Hauke Jagau, Rechtsanwalt bei ECKERT erklärte, seit rund vier Jahren gebe es weniger Bereitschaft zur Übernahme von Häusern. Der Markt wartet die Rahmenbedingungen ab, Klarheit ist gefordert. In einer Risikosituation gelte es, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und Kommunikation mit den Stakeholdern zu suchen; nur so lasse sich eine Fortführung ermöglichen. Eine Insolvenz, betonte Funk, sei kein Ruhekissen; eine Fortführungsprognose brauche Hand und Fuß.
Liquiditätsprobleme sind keine Probleme, die über Nacht auftreten: Christoph Knaack, CEO LOGEX Healthcare Analytics, hob hervor, auffällige Muster bezüglich der Liquidität ließen sich früh erkennen. Er empfiehlt, Daten anzuschauen und Transparenz zu schaffen. Eine Herausforderung bei der unternehmensweiten Bewertung bringe allerdings die Abteilungsebene mit sich. Die Reform ändert vieles, so Knaack; Verantwortliche sollten Transparenz auf Basis valider Daten schaffen und Tools frühzeitig einsetzen, um sich auf Krisen vorzubereiten. Essenziell seien Informationen über den Ist-Zustand bei Leistungen: Wo ist es sinnvoll, aktiv zu sein – und wo, zu skalieren?
Erlösprognosen, fügte Knaack hinzu, sollten sauber aufgestellt, Handlungsspielräume ausgearbeitet werden. Verfügbare Daten anstelle von Datenfriedhöfen bildeten die Grundlage fürs Gespräch etwa mit kommunalen Stakeholdern. Allerdings, so Knaack, sei Mut wichtiger als Daten.