GWK 2026: Insolvenz als Normalbetrieb – Wege aus der Krise

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von LOGEX
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September 2026
GWK 2026: Insolvenz als Normalbetrieb – Wege aus der Krise
3:38

Entwickelt sich die Insolvenz zum Normalbetrieb? Die Session beim Gesundheitswirtschaftskongress wollte Wege aus der Krise aufzeigen. Ein Überlebensfaktor für Krankenhäuser ist Transparenz.

Zwei Insolvenzen hat Markus H. Funk, St. Vincenz-Kliniken Paderborn, bereits hinter sich. Damals bedeutete dies einen Makel; heute sitzt man damit im Podium, erläuterte Funk die Entwicklung hin zum Alltagsphänomen. „Wir brauchen mehr Planungssicherheit“, forderte er; in die Politik gehöre mehr Ergebnisqualitätsorientierung statt Strukturqualität. Hauke Jagau, Rechtsanwalt bei ECKERT erklärte, seit rund vier Jahren gebe es weniger Bereitschaft zur Übernahme von Häusern. Der Markt wartet die Rahmenbedingungen ab, Klarheit ist gefordert. In einer Risikosituation gelte es, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und Kommunikation mit den Stakeholdern zu suchen; nur so lasse sich eine Fortführung ermöglichen. Eine Insolvenz, betonte Funk, sei kein Ruhekissen; eine Fortführungsprognose brauche Hand und Fuß.


Liquiditätsprobleme sind keine Probleme, die über Nacht auftreten: Christoph Knaack, CEO LOGEX Healthcare Analytics, hob hervor, auffällige Muster bezüglich der Liquidität ließen sich früh erkennen. Er empfiehlt, Daten anzuschauen und Transparenz zu schaffen. Eine Herausforderung bei der unternehmensweiten Bewertung bringe allerdings die Abteilungsebene mit sich. Die Reform ändert vieles, so Knaack; Verantwortliche sollten Transparenz auf Basis valider Daten schaffen und Tools frühzeitig einsetzen, um sich auf Krisen vorzubereiten. Essenziell seien Informationen über den Ist-Zustand bei Leistungen: Wo ist es sinnvoll, aktiv zu sein – und wo, zu skalieren?

Erlösprognosen, fügte Knaack hinzu, sollten sauber aufgestellt, Handlungsspielräume ausgearbeitet werden. Verfügbare Daten anstelle von Datenfriedhöfen bildeten die Grundlage fürs Gespräch etwa mit kommunalen Stakeholdern. Allerdings, so Knaack, sei Mut wichtiger als Daten.

Christoph Knaack CEO LOGEX Healthcare Analytics
Christoph Knaack, CEO LOGEX Healthcare Analytics

Übersehen wir nicht die Tochtergesellschaften, mahnte RA Sebastian Kühn von Brödermann Jahn. „Insolvenz als Normalbetrieb“ wäre erschreckend auch aus Gründen des Strafrechts. Gefordert sei der Mut zu sagen „ich brauche Hilfe“. Kommunikation mit den Gesellschaftern spiele eine zentrale Rolle. Verantwortliche sollten sich den Zahlen stellen, insbesondere in der Kommunikation mit dem Insolvenzverwalter.

Roman Lovenfosse vom Klinikum Hann. Münden unterstrich, neben der Festlegung der Medizinstrategie sei für die Weiterentwicklung die Klärung von Kulturfragen vonnöten. Wenn der Bedarf fehle, müsse eine Strukturbereinigung durchgeführt werden. Gibt es noch Effizienzpotenziale? Geschäftsführer sollten Erlöse und Kosten nebeneinanderlegen und den Gesellschaftern die Einschätzungen übermitteln.

Als „Seriensanierer“ empfahl Prof. Dr. Lars Timm vom Vitalcampus Geesthacht den Betroffenen, eine radikale Änderung der Medizinstrategie ins Auge zu fassen. Welche Möglichkeiten gibt es für ein Entkommen aus der Situation vor der Insolvenz? Widerstand kommt laut Timm automatisch; man solle nicht einknicken. Den Erfolgsfaktor bilde die Umsetzung ohne faule Kompromisse.

Die Datenlage in den Häusern ist heterogen, so ein Tenor der Session. Manche Häuser hätten gute Daten vorliegen, wüssten damit aber nicht umzugehen. Valide, verfügbare klinische und kaufmännische Daten sowie starke Tools schaffen einen ganzheitlichen Überblick, Resilienz und Handlungsfähigkeit.

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