Den gesamten Krankheitsverlauf bei IBD und IMIDs verstehen

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von LOGEX
2 Min. Lesezeit
March 2026

Inflammatory Bowel Disease (IBD) ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung, die sich vor allem durch gastrointestinale Beschwerden äußert. Häufig treten zusätzlich extraintestinale Manifestationen (EIMs) sowie weiterreichende Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Alltag und Lebensqualität auf (Rogler et al., 2021; Faggiani et al., 2024; Castrillon, 2025).

Weltweit leben Millionen Menschen mit IBD, und die Prävalenz steigt sowohl in Europa als auch in neu industrialisierten Ländern (GBD 2017 Inflammatory Bowel Disease Collaborators, 2020; Gorospe et al., 2024). Zu den wichtigsten Formen zählen Morbus Crohn (CD) und Colitis ulcerosa (UC). Beide Erkrankungen betreffen unterschiedliche Abschnitte des Magen‑Darm‑Trakts und verlaufen typischerweise in Schüben mit symptomfreien Intervallen.

Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Müdigkeit oder Gewichtsverlust variieren von Person zu Person und verändern sich im Zeitverlauf. Zusammen mit den Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten entsteht so eine teils erhebliche Krankheitslast. Eine wirksame Behandlung ist daher entscheidend für die Lebensqualität und erfordert einen umfassenden Blick, der über die reine Betrachtung der Darmentzündung hinausgeht.

IBD im Kontext des breiteren IMID‑Spektrums

IBD ist Teil einer größeren Gruppe immunvermittelter Entzündungserkrankungen (IMIDs). Dieser Begriff umfasst unter anderem gastroenterologische Erkrankungen (z. B. IBD), rheumatologische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis) sowie dermatologische Indikationen (z. B. Psoriasis). Trotz der unterschiedlichen Organmanifestationen teilen diese Erkrankungen immunologische Mechanismen, die das Risiko erhöhen, dass Patientinnen und Patienten im Laufe der Zeit zusätzliche IMIDs entwickeln.

Für Betroffene führt dies oft zu komplexen Versorgungspfaden. Sie bewegen sich zwischen verschiedenen Fachbereichen, wodurch Daten fragmentiert sind, Zusammenhänge schwerer erkannt werden und eine koordinierte Behandlung verzögert werden kann. Um die IMID‑Gesamtperspektive zu verstehen — sowohl auf individueller Ebene als auch innerhalb des Gesundheitssystems — müssen Informationen aus verschiedenen Disziplinen, Laborwerten und klinischen Quellen integriert werden. Ohne diesen holistischen Ansatz bleiben wichtige Muster und Aspekte der Krankheitsentwicklung isoliert.

Warum ein holistischer Blick entscheidend ist

Menschen mit IBD und anderen IMIDs erleben ihre Erkrankungen häufig als miteinander verbundene Manifestationen einer zugrunde liegenden immunologischen Dysregulation — nicht als voneinander getrennte klinische Ereignisse. Daher geht es um mehr als die Behandlung einzelner Symptome. Körperliche Beschwerden, psychisches Wohlbefinden, Lebensstil und tägliche Aktivitäten beeinflussen sich gegenseitig und prägen das individuelle Krankheitserleben.

„Holistisch“ bedeutet jedoch auch, über den einzelnen Patienten hinauszublicken: Daten über Krankenhäuser, Regionen und sogar Länder hinweg auszuwerten. IMID‑übergreifende Diagnostik‑ und Behandlungsdaten zeigen, wie sich Krankheiten entwickeln, wie Versorgungsstrategien im Alltag funktionieren und wo fachübergreifende Muster sichtbar werden. Diese übergeordnete Perspektive hilft Fachkräften, Komplikationen früher zu erkennen, Krankheitsverläufe besser einzuschätzen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Wie Real‑World‑Evidenz eine holistische Versorgung unterstützt

Ein Großteil der heutigen Forschung zu IBD konzentriert sich auf den gastroenterologischen Bereich. Das liegt unter anderem daran, dass randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) — trotz ihrer Wichtigkeit — auf streng definierte Situationen und eng gefasste Populationen ausgelegt sind. Sie liefern wertvolle Evidenz für spezifische Therapieansätze, können jedoch die Komplexität von IMID‑Patienten weniger gut abbilden, z. B. das Vorliegen weiterer Erkrankungen, Langzeitverläufe oder Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Gesundheitsbereichen.

Eine ganzheitliche Betrachtung von IBD — sowohl in der Forschung als auch in der Versorgung — erfordert daher die Einbindung von Daten aus mehreren Fachrichtungen und aus Bereichen wie mentaler Gesundheit, Ernährung oder Lebensstil. Real‑World‑Evidenz (RWE) spielt hierbei eine zentrale Rolle.

RWE basiert auf Routinedaten aus der klinischen Versorgung und ergänzt traditionelle Evidenzquellen. Werden solche Daten über Fachbereiche, Krankenhäuser und längere Zeiträume hinweg integriert, können sie helfen:

  • Basisprofile und Krankheitsverläufe abzubilden, einschließlich zusätzlicher IMIDs und EIMs
  • Behandlungswege und Versorgung über verschiedene Disziplinen hinweg nachzuvollziehen
  • Behandlungsmuster mit Outcomes und Ressourcenverbrauch zu verknüpfen, um ein integriertes Bild des Versorgungspfads zu erhalten

Diese Art von vernetztem Erkenntnisgewinn wird in der Praxis über Plattformen wie das LOGEX IMID Observatory möglich. Die Plattform verbindet Routinedaten aus verschiedenen Indikationen und Kliniken, macht Muster sichtbar und unterstützt so koordinierte Entscheidungsprozesse im Zeitverlauf.

 Weitere Informationen zum LOGEX IMID Observatory finden Sie hier.

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